Woher kommt und was bedeutet „wieder auf dem Damm sein“?

Menschen laufen auf einem Staudamm. Symbolbild für Erklärung und Herkunft der Redensart "wieder auf dem Damm sein".

Bestimmt hat jemand schon mal zu dir gesagt, dass er wieder auf dem Damm ist. Doch was bedeutet eigentlich diese Redensart und woher kommt sie?

Seit circa 1850 verwenden Menschen den Spruch „wieder auf dem Damm sein“, wenn sie nach einer Krankheit wieder gesund sind.

Die Redensart kommt daher, dass „Damm“ ein anderes Wort für „Deich“ ist.* Dieser schützt vor Hochwasser und Überflutungen. Befindet man sich auf dem Damm bzw. Deich, ist man also an einem sicheren Ort.

Außerdem ist „Damm“ ein anderes Wort für eine gute befestigte Straße. Darauf ist man wesentlich schneller und sicherer unterwegs als auf schlechten Feldwegen.


*S. auch unten: Weiteres Zusatz-Wissen zu Dämmen und Deichen

Bonus-Informationen zum Wort „Damm“

Mich erreichte auf Instagram die Nachricht einer Leserin. Sie fand diesen Text über das Sprichwort „Wieder auf dem Damm sein“ sehr interessant und hat mich gefragt, ob ich nicht noch weitere, ergänzende Informationen zum Thema bereitstellen könnte. Dieser Bitte komme ich natürlich gern nach und deswegen findest du hier noch weiteres interessantes Wissen.

Der Begriff „Damm“ stammt vom mittelhochdeutschen Wort „tam“ (bzw. „tamm“) ab. In dieser Form ist der Ausdruck bereits seit dem 13. Jahrhundert belegt. In dieser Form wird es auch noch bis ins 18. Jahrhundert benutzt.

Allerdings gibt es bereits Einflüsse aus dem Niederdeutschen/Niederländischen: Dort wird das T zu Beginn eines Wortes eher als D ausgesprochen und so wird aus dem „tam/tamm“ bald ein „dam/damm“. Diese Form hatte sich dann im 17. Jahrhundert durchgesetzt. Und das ist die Erklärung, warum wir das Wort heutzutage in dieser Form im bekannten Sprichwort „wieder auf dem Damm sein“ verwenden.

Weiteres Zusatz-Wissen zu Dämmen und Deichen:

Oft wird diskutiert, ob es einen Unterschied zwischen einem Deich und einem Damm gibt oder ob das Synonyme sind, die mit gleicher Bedeutung verwendet werden. Die Meinungen gehen hier auseinander und ich habe länger recherchiert. Letztlich habe ich aber die Seite des Wasser- und Bodenverbandes Barthe / Küste (WBV) gefunden. Der Verband hat seinen Sitz in Stralsund, kümmert sich um die Pflege von Dämmen und Deichen und kennt sich also aus.

Nach der Darstellung des WBV gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Dämmen und Deichen:

  • Deiche liegen meist an natürlichen Gewässer wie Flüsse oder Meere. Sie schützen das hinten ihnen liegende, flachere Gelände vor Hochwasserereignissen. Sie sind deshalb nicht unter ständiger Belastung und müssen nicht permanent Wasserdruck aushalten.

  • Dämme hingegen haben ähnliche Funktionen wie Deiche, befinden sich aber größtenteils an angestauten, künstlichen Gewässern. Daher stehen sie permanent unter dem Druck von Wasser.

Daraus wird deutlich, dass sich beide Begriffe schon unterscheiden.

Für unser Sprichwort ist dies allerdings nicht entscheidend. Daher gibt es auch die Variante „wieder auf dem Deich sein“ und diese Version ebenfalls voll in Ordnung.

Sebastian

Ich bin der Mensch hinter 100WÖRTER. Beruflich mache ich ein bisschen was mit Schreiben, ein bisschen was mit Internet und ein bisschen was mit Organisation. Und irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf lange Texte im Internet. Deshalb habe ich 100WÖRTER gegründet und schreibe kurze Texte.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pinteresr
Pinteresr
fb-share-icon
Instagram
WhatsApp